Gleiche Lernvoraussetzungen für alle Kinder gab es in der Vergangenheit nicht und wird es auch in der Zukunft nicht geben. Veränderte Lebensbedingungen in Familie und Gesellschaft schaffen immer weiter auseinanderdriftende Leistungsvoraussetzungen. Die Schule trägt eine hohe gesellschaftliche Verantwortung und muss bestmöglich auf diese unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder eingehen.

 

Dazu muss sie jedes Kind als Individuum mit heterogenen Lernvoraussetzungen annehmen. Individuelles Lernen bzgl. Zugangsmöglichkeiten, Lerntempo und Menge leistbarer Arbeit etc. muss ermöglicht werden, damit es weder zu einer Unter- noch zu einer Überforderung kommt. So gibt es auch in der GGS Kaldauen eine große Heterogenität bezüglich der Lerntypen, der Leistungsbereitschaft, der Begabungen, des Lerntempos, der Vorerfahrungen, der Lernumgebung etc..

Bildungspolitische Voraussetzungen

Die individuelle Förderung aller Kinder ist eine zentrale Aufgabe der Schule. Dies ist der zentrale Punkt des §2 Absatz 4 und 11 des Schulgesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen sowie des §4 Absatz 1 der Ausbildungsverordnung für die Grundschule.
Darin heißt es: „Schülerinnen und Schüler werden durch die Grundschule individuell gefördert. Dies gilt vor allem für Kinder, die besonderer Unterstützung bedürfen, um erfolgreich im Unterricht mitarbeiten zu können. Das schulische Förderkonzept kann Maßnahmen der äußeren wie der inneren Differenzierung sowie zusätzliche Förderangebote umfassen.“

Prinzipien und Grundlagen des Förderunterrichts

  • Die Förderung erfolgt aufgrund standardisierter Diagnoseinstrumente, täglicher Beobachtung und der bisherigen Lernentwicklung.
  • Eine Förderung muss individuell unterschiedlich sein.
  • Eine Förderung erfolgt nicht nur in einer Förderstunde. Sinnvoll ist nur eine kontinuierliche Förderung in der Schule (offene Unterrichtsphasen, Kleingruppen, Nachmittagsbereich etc.).
  • Erstellen eines Förderplanes, in den sowohl Gruppenfördermaßnahmen als auch ggf. individuelle Fördermaßnahmen eingetragen werden. Hier werden Förderschwerpunkte, deren Zeitrahmen sowie Auswirkungen dokumentiert.
  • Anlegen eines Portfolios: Für jedes Kind wird mit Beginn der Anmeldung eine Portfolio-Mappe in einem Klassenhängeregister angelegt. Darin sind verbindlich einzuheften: Anmeldebogen, Schuleingangstest, Notizbogen, Förderplan, Zeugnisse, Diagnosebögen aus Diagnosebox Deutsch und Mathematik Schroedel, Selbsteinschätzungsbögen?, vereinbarte Tests, aussagekräftige Arbeitsergebnisse nach Bedarf. Das Portfolio wird für jedes Kind über die ganze Grundschulzeit hinweg geführt. Bei Klassenlehrerwechsel ermöglicht es eine qualifizierte Übergabe. Es bietet jederzeit einen Überblick über den Lernstand des Kindes für Klassen- und Fachlehrer, Kinder und Eltern.